Versetzung Justizanstalt: Viele Beamte wollen weg

Flucht aus der Justizanstalt Graz-Jakomini: 20 Beamte haben um Versetzung angesucht. Sie wollen zur Polizei oder Finanz.

Nicht die Häftlinge flüchten aus der Justizanstalt Graz-Jakomini. Weg wollen ihre Bewacher. Es sind offenbar unüberwindbare Differenzen zwischen der Belegschaft und der Anstaltsleitung, die immer mehr Beamte dazu veranlassen ihre Versetzungsgesuche zu schreiben. Derzeit wollen laut Gewerkschafter etwa 20 Kollegen zur Polizei übersiedeln.


Wie bereits berichtet, fordert der Zentralausschuss der Justizwache (höchstes Personalvertretungsorgan) einstimmig die Absetzung des Anstaltsleiters, Brigadier Josef Adam. „Seit Monaten weiß die Generaldirektion von unseren Problemen, nichts ist bisher geschehen“, wettert Rudolf Wendlandt, Vorsitzender der Justizgewerkschaft Steiermark. „Die Zustände in der Anstalt sind nicht mehr zumutbar.“

Schikanen und Mobbing


Von Schikanen und Mobbing ist die Rede. Ein Justizwachebeamter, der anonym bleiben möchte, erzählt: Ein Einsatztrainer sei nach einem Krankenstand mehrmals zum Arzt geschickt worden, weil der Anstaltschef seinen Krankenstand angezweifelt habe. Schließlich lich habe sich der Beamte freiwillig in die Landesnervenklinik einweisen lassen. Danach wurde er in die Justizanstalt Graz-Karlau versetzt. Auch ein zweiter Kollege ist heuer in die Karlau übersiedelt. „Jetzt geht es den beiden wieder sehr gut“, weiß Wendlandt.


Krankenstandsüberprüfungen, wie sie auf Anweisung des Anstaltsleiters erfolgt seien, habe das Justizministerium inzwischen „abgedreht“, erzählt ein betroffener Beamter. Das sei jetzt etwa zwei Jahre her. „Aber dadurch hat sich die Lage nicht verbessert. Im Gegenteil: sie hat sich zunehmend verschlechtert.“
Eine weitere Entwicklung, die die Belegschaft erzürnt, schildert Rudolf Wendlandt gegenüber der Kleinen Zeitung: „Bisher mussten Häftlinge den Fernseher mieten, wenn sie einen in der Zelle haben wollten. Jetzt wird jeder Haftraum mit einem Fernseher ausgestattet, kostenlos natürlich. Dafür ist Geld vorhanden. Wenn es um Maßnahmen geht, die der Belegschaft zugutekommen, wird gespart. Wie beim Dienstsport. Den gibt es auch nicht mehr.“
Anstaltsleiter Josef Adam weist alle Vorwürfe entschieden zurück.

Quelle: https://www.kleinezeitung.at

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