Rüffel am Notruf: “Das hängt einem ewig nach”

Welche disziplinärrechtlichen Folgen der verbale Ausrutscher des steirischen Vize-Polizeidirektors haben könnte.

“Wenn jemand so weit oben sitzt und sich so benimmt, dann ist das nicht in Ordnung.” Polizeigewerkschafter Eduard Tschernko kann über den Anruf des (bisherigen) Vize-Polizeichefs der Steiermark, Alexander Gaisch, nur den Kopf schütteln. “Wir müssen als Polizisten mit den Menschen gut umgehen. Der respektvolle Umfang wird schon den Polizeischülern beigebracht.” Erst recht habe der auch für eine hohe Führungskraft zu gelten.

Das Telefonat: “Wadln vire zu richten”

Wie berichtet, wurde Gaisch nach Bekanntwerden des zweiminütigen Mitschnittes seines Anrufes beim Notruf vom Innenministerium versetzt. Der Jurist hatte einen jungen Beamten niedergemacht und zum Rapport bestellt, weil der Beamte Gaisch’ Namen nicht kannte. Bis die Prüfung abgeschlossen ist, hat der Hofrat im Bundesamt für Asyl und Fremdenwesen Dienst zu machen.

Polizeigewerkschafter Tschernko forderte am Donnerstag gegenüber dem ORF Steiermark eine “öffentliche Entschuldigung” des hohen Beamten. “Ich muss natürlich auch sagen, dass solche Vorkmonisse ein Einzelfall sind”, betonte Tschernko im KURIER-Gespräch. “Ein derartige Geschichte mit Beteiligung von Führungskräften ist mir bisher nicht untergekommen.”

Strafe: von Geldbuße bis Verweis

Er gehe von “disziplinarrechtlichen Folgen” für Gaisch aus: “Das kann von einer Geldbuße bis zu einem Verweis gehen.” Ein solches Verhalten sei nicht duldbar. “Das muss Konsequenzen haben. Bei uns heißen solche Sachen aber auch, dass man karrieretechnisch nichts mehr erwarten kann. Das hängt einem ewig nach.” Und meint damit Gaisch.

Ministerium zog Reißleine

Spannend an dem Vorfall ist allerdings, dass Landespolizeidirektor Gerald Ortner schon vor Wochen über das Gespräch seines Stellvertreters informiert wurde. Erst als der Fall medial öffentlich wurde, wurden Konsequenzen gezogen – allerdings vom Innenministerium und nicht in der Steiermark selbst.

Polizeigewerkschafter Tschernko will das nicht kommentieren und meint nur: “Der junge Kollege hat uns damals gesagt, er habe nun doch nicht zum Herrn Hofrat gehen müssen, die Sache sei erledigt, er wolle seinen Frieden. Deshalb haben wir als Gewerkschaft nichts mehr gemacht.”

Quelle: https://kurier.atkrone.atsteiermark.orf.at

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen