Karlau-Häftling zündete Zelle an: Sieben Verletzte

In der Justizanstalt Graz-Karlau hat es in der Nacht auf Montag einen Feuerwehreinsatz gegeben: Ein Häftling steht im Verdacht, seine Zelle in Brand gesteckt zu haben. Sieben Personen wurden verletzt.

Der 20-Jährige dürfte laut Polizei den Inhalt seines Kleiderschankes vermutlich mit einem Feuerzeug angezündet haben – innerhalb kürzester Zeit stand die Zelle in Vollbrand. Sechs Justizwachebeamte retteten den Häftling und versuchten, den Brand mit einem Feuerlöscher zu bekämpfen; löschen konnte das Feuer schließlich aber erst die gerufene Feuerwehr.

Haftraum brannte völlig aus

Der Häftling wurde leicht verletzt und nach der Erstversorgung vom Roten Kreuz in Begleitung von Justizwachebeamten in das LKH Graz gebracht; auch sechs Beamte mussten mit leichten Rauchgasvergiftungen im Krankenhaus behandelt werden. Der Haftraum brannte vollständig aus, die Schadenshöhe ist derzeit noch unbekannt.

Nicht der erste Zwischenfall

Laut Anstaltsleiter Josef Mock war es nicht der erste Zwischenfall mit dem 20-Jährigen: Er habe schon mehrere Sachbeschädigungen verursacht, bedrohte Beamte und plante bereits Haftausbrüche. Im Juli des Vorjahres etwa schabte er mit einem Löffel ein Loch in den Putz der Zellenwand – mehr dazu in Karlau-Häftling schabte Loch in Zellenwand (19.7.2017).

Was genau in der Nacht auf Montag passiert ist, müsse noch ermittelt werden, aber bisher deute alles darauf hin, dass der 20-Jährige selbst die Flammen verursachte, unterstrich Mock; warum er das tat, wisse man noch nicht.

In besonders gesichertem Haftraum untergebracht

Montagvormittag war der Tschetschene – er sitzt wegen Vermögensdelikten – wieder zurück im Gefängnis: Er sei nun in einem besonders gesicherten Haftraum untergebracht und werde auch psychologisch betreut. Der 20-Jährige befindet sich seit 2016 in der Karlau und zählt zu jenen Insassen, die schon mehrmals die Anstalten gewechselt haben; ob er nun abermals in eine andere Justizanstalt kommt, entscheide die Generaldirektion, so Mock.

Erst am Samstag war es ebenfalls in der Karlau zu einem anderen Zwischenfall gekommen: Ein Häftling war in seiner Zelle ausgerastet. Fünf Beamte schritten ein, sie wurden alle verletzt – mehr dazu in Karlau-Häftling randalierte in Zelle. Mock bestritt den Inhalt eines den Medien zugespielten E-Mails, demzufolge der Vorfall anders abgelaufen sein soll: Der Anstaltsleiter erklärte, dass es zwar noch Ermittlungen geben werde, aber „es scheint eine sehr korrekte Amtshandlung gewesen zu sein“.

Quelle: https://steiermark.orf.at

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