Justizanstalt Graz-Jakomini Gewerkschafter wollen Anstaltsleiter stürzen

Hinter den Mauern der Justizanstalt Graz-Jakomini rumort es gewaltig. Personalvertreter und Gewerkschafter stellen sich gegen Leiter, dieser wehrt sich: “Unsachliche Kritik”.

Nicht die rund 450 Häftlinge der Justizanstalt Graz-Jakomini proben derzeit den Aufstand. Es sind Personalvertreter und Gewerkschafter, die das „Kriegsbeil“ ausgegraben haben und die Absetzung des Anstaltsleiters fordern. Die Vorwürfe, die sie gegen den Brigadier erheben, sind schwerwiegend. Verletzungen nach dem Personalvertretungsgesetz und Vernachlässigung der Fürsorgepflicht gegenüber den Bediensteten wirft man ihm vor.

Gruppeninspektor Rudolf Wendlandt, Vorsitzender der Justizgewerkschaft Steiermark, wettert: „90 Prozent der Belegschaft vertrauen dem Chef nicht mehr. Das hat eine Umfrage ergeben. Die Beamten fühlen sich nicht ernst genommen.“

Zehn Planstellen sind laut Wendlandt unbesetzt. Zehn weitere Justizwachebeamte würden fehlen, weil sie karenziert oder nur teilzeitbeschäftigt sind. Wegen des Personalmangels sei das Strafamt oft wochenlang geschlossen. „Verfehlungen von Insassen bleiben daher lange Zeit unbestraft. Die Häftlinge lachen über uns und haben keinen Respekt mehr.“

Rätselhefte und Schreibblöcke

Andererseits müssten die Insassen mit Büchern, Rätselheften, Schreibblöcken und einer Spielbox, in der sich Puzzles und Malbücher befinden, versorgt werden. „Das sind die Sorgen unserer Anstaltsleitung – aber auf uns Mitarbeiter vergisst man.“ Laut Wendlandt hat nun der Zentralausschuss in Wien nach einstimmigem Beschluss die Absetzung des Anstaltsleiters beantragt.

Der Chef der Justizanstalt Graz-Jakomini (er will namentlich nicht genannt werden) kontert: „Ich erlebe fortwährend unsachliche Kritik an meiner Person“, behauptet er, gibt aber zu, dass es wegen der gesetzlichen Aufgaben Auffassungsunterschiede mit der Personalvertretung gibt. Zur Versorgung der Insassen mit Spielbox stehe er. „Sicherheit nach innen und außen entsteht nur durch Betreuungsarbeit mit Insassen und Erfüllung der Sicherheitsaufgaben.“

Und zur Personalsituation: Die Generaldirektion habe 2017 zehn Planstellen mehr genehmigt – und alle Abgänge würden ersetzt, so der Anstaltsleiter. Um den Mitarbeitern den ohnehin schwierigen Dienst zu erleichtern, sei das bestehende Angebot der Supervision erneuert worden.

Quelle: https://www.kleinezeitung.at

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen