720 Handys entdeckt Internet-Grüße aus der Haft trotz strenger Verbote

In der Haft sind Handys und das Internet streng verboten. Doch Schlupflöcher finden sich immer wieder. So posteten Häftlinge der Justizanstalt Graz-Jakomini auf Facebook – teilweise sogar unter ihrem richtigen Namen. Justizwache-Vertreter und die steirische FPÖ fordern das Justizministerium zum Handeln auf. Laut Justizministerium wurden im Jahr 2018 in den 28 österreichischen Haftanstalten 720 illegale Handys sichergestellt. Doch viele Gefangene sind einfallsreich – ist ein Handy weg, kommt bald das nächste daher.

Es war ein aufmerksamer Beamter der Justizanstalt Jakomini, der kürzlich in seiner Freizeit die empörende Entdeckung auf Facebook machte: Völlig ungeniert posteten Gefängnis-Insassen mit ihren Handys Bilder aus der Strafanstalt auf Facebook. Auch ein Gefangener des Hochsicherheitsgefängnisses in Stein (Niederösterreich) postete seine Grußworte. Wie einfach es ist, aus dem „Häfen“ heraus zu kommunizieren, ist angesichts gefährlicher Gruppierungen wie Dschihadisten oder Staatsverweigerern besorgniserregend.

Tägliche Kontrollen und Schwerpunktaktionen
Das Justizministerium bestätigte der „Krone“ drei Vorfälle mit Facebook-Postings in der letzten Woche. Dem Problem mit technischen Lösungen entgegenzuwirken sei allerdings sehr teuer. Man setze auf Ausbildung, Ausrüstung und fachlichen Austausch sowie tägliche Kontrollen und Schwerpunktaktionen. Und was passiert mit den Postern? Es seien die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen ergriffen worden, heißt es.

Martin Schöpf, Vorsitzender des Justizwache-Zentralausschusses ist zutiefst verärgert: „Das Justizressort hat bis heute nicht dafür gesorgt, technische Lösungen umzusetzen. Wichtiger ist derzeit das absolute Handyverbot von Justizwachebeamten in den gesperrten Bereichen der Anstalten, als der illegalen Kommunikation der Insassen entgegenzutreten.“

Auch der steirische FPÖ-Klubobmann Stefan Hermann meldet sich zu Wort: „Es ist einfach unfassbar, was in unseren Gefängnissen vorgeht! Die Justizwachebeamten haben oft nicht den notwendigen Rückhalt um durchzugreifen.“ Er erwartet sich ein rasches Handeln des Justizministers.”

Quelle: https://www.krone.at

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